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Geist und Materie - Wir und das Virus


Seit dem Beginn dieser Pandemie umtreibt mich ein schlimmer Verdacht: Nicht das Virus ist das eigentliche Problem, sondern die Art und Weise, wie wir damit umgehen.

 

Wie komme ich zu diesem Verdacht? Nun, ich will es so erklären:

Bei meiner mittlerweile nun doch schon Jahrzehnte andauernden  Beschäftigung mit dem Thema ‘Gesundheit und Krankheit’ bin ich zu einem wesentlichen Schluss gekommen: Der Geist bestimmt die Materie, auch und gerade im Bereich der menschlichen Gesundheit.

Die Art und Weise, wie mein Körper auf Krankheit reagiert, hängt in erster Linie ab von einem funktionierenden Immunsystem mit all seinen vielfältigen Möglichkeiten, Krankheitserreger wie Bakterien und Viren abzuwehren. Die Stabilität meines Immunsystems wiederum ist in erster Linie abhängig sowohl von meiner psychischen Verfassung, wie von meiner geistigen Haltung mir selbst gegenüber, mit all den daraus resultierenden Verhaltensweisen wie gesunde Ernährung, angemessene Bewegung, Vermeidung von Stress etc.. Diese enge Verknüpfung zwischen dem geistig-psychischen Zustand eines Menschen und seiner körperlichen Gesundheit in Form eines stabilen Immunsystems ist schon seit Jahrzehnten sehr gut bekannt und erforscht. Und dennoch: Der überwiegende Teil des modernen Medizin‘betriebs‘ beharrt weiterhin darauf, Krankheiten vor allen Dingen auf der materiellen Ebene, sprich vor allem mit Medikamenten bekämpfen zu können. So wie eben in der aktuellen Coronakrise die Impfung als das einzig wirksame und aus der Zwangslage befreiende Mittel angesehen wird.

 

Unabhängig von dem Aspekt, dass es bei dieser Impfung nicht wie bei früheren, scheinbar erfolgreich verlaufenden Impfungen wie die gegen Pocken und andere Infektionskrankheiten um einen ausgereiften und vor weiteren Ansteckungen schützenden Impfstoff geht, sondern um eine Impfung mit nach wie vor ungesicherter Wirkung und noch ungewisseren Langzeitfolgen: Der ausgerufene Kampf gegen das Virus wirkt auf mich insgesamt sehr einseitig und auf die rein materielle Ebene reduziert.

 

Seit Beginn der Corona-Pandemie warte ich auf eine öffentliche Strategie, die die Stärkung der natürlichen Abwehrkräfte der Menschen mehr in den Fokus rückt. Stattdessen offenbart sich auch in dieser akuten Krise auf erschreckende Weise, wie sehr die moderne Medizin nach wie vor dem fragwürdigen Grundsatz folgt, dass eine solche, zweifelsohne gefährliche Erkrankung auf der rein materiellen Ebene, sprich mit Impfungen, besiegt werden könnte. Noch immer gilt das durch zahlreiche Gegenbeispiele aus der Welt der Bakterien und Viren ad absurdum geführte Ziel und Credo, dass der physische Virus ausgemerzt oder mit gezielten biologischen Maßnahmen unschädlich gemacht werden könnte. Vom Krieg gegen den Virus ist da immer wieder die Rede.

 

Dabei wird es schon sehr früh im Biologieunterricht gelehrt: Viren und Bakterien sind seit Millionen von Jahren fester Bestandteil der planetarischen Ökologie und mit einer ausgeprägten Fähigkeit ausgestattet, sich an verändernde Lebensbedingungen anzupassen. Mit anderen Worten: Der verzweifelte Versuch, der Natur ein Schnippchen zu schlagen und gegen sie zu Felde zu ziehen, wird wohl auch dieses Mal zum Scheitern verurteilt sein. Mit den Kräften der Natur zu arbeiten und gezielt den Aufbau einer natürlichen Immunität, sowohl auf der individuellen, wie auf der gesellschaftlichen Ebene zu fördern, erscheint mir als die wesentlich erfolgversprechendere Methode.

 

Aber ich bin kein Mediziner und kein wissenschaftlicher Experte und kann daher über die geeigneten Maßnahmen zum akuten Umgang mit Corona nur spekulieren. Was ich beobachten kann, ist jedoch, dass die Gesamtsituation immer mehr Grundsatzfragen aufwirft, sowohl im Persönlichen, wie im Gesellschaftlichen:

 

Im Persönlichen wird man derzeit mit vielerlei offenen Fragen konfrontiert: Wie denke ich nicht nur über den Sinn oder Unsinn einer Impfung, sondern über den Umgang mit Gesundheit und Krankheit im Allgemeinen? Kann ich von mir aus aktiv etwas dazu beitragen, mein Erkrankungsrisiko zu minimieren? Kann ich mein Immunsystem ’boostern’ (to boost = stärken, Auftrieb geben) ohne Hilfe von außen? Oder vertraue ich der medizinischen Expertise, die mir zu mehrfacher Impfung rät? Wie stark ist mein Glaube an die Wissenschaft und wie weit vertraue ich darauf, dass die von Experten geäußerten Ratschläge angemessen und sinnvoll sind?

   

In dieser Situation scheint derzeit jeder dazu aufgefordert zu sein, Stellung zu dem alles beherrschenden Thema zu beziehen und für sich selbst eine Entscheidung zu treffen: Entscheiden darüber, wem ich was glaube und warum, ob ich das Virus tatsächlich als eine die Maßnahmen rechtfertigende Bedrohung sehe, am Ende, ob ich mich impfen lasse oder nicht und vor allem warum. Eine Impfung, die nicht in erster Linie der eigenen Gesundheitsvorsorge, sondern dem Erhalt der persönlichen Freiheiten dient, hat zumindest einen merkwürdigen Beigeschmack.

 

 

Gesellschaftlich gesehen scheint es zwei sich gegenüber stehende Standpunkte mit zunehmender Tendenz zur Lagerbildung zu geben: Für und gegen das Impfen bzw. eine Impfpflicht, pro und contra staatlich verordnete Maßnahmen, am Ende möglicherweise zwei grundverschiedene Auffassungen über den Umgang mit Gesundheit und Krankheit im Allgemeinen.

 

Die Situation rund um das Corona-Virus unterscheidet sich in zwei wesentlichen Aspekten von früheren Epidemien und Pandemien: Zum einen scheint es so zu sein, dass es sich weltweit, über alle Kontinente hinweg und quer durch alle Bevölkerungsschichten verbreitet. Wo frühere Seuchenausbrüche wie die Spanische Grippe, Ebola oder AIDS  zeitlich, räumlich oder auf bestimmte Bevölkerungsschichten begrenzt waren, scheint momentan die gesamte Welt gleichzeitig und in ähnlicher Weise davon betroffen zu sein. Wo man bei bisherigen Pandemien zwar erschüttert war vom zahlreichen Leid, das sie hervorrufen, konnte man sich - zumindest in den meisten Fällen - im eigenen Lebensbereich relativ sicher fühlen und war eher Betrachter bzw. Beobachter der Lage. Jetzt scheint es so zu sein, dass man sich nirgendwo mehr sicher fühlen kann, gleich ob im engsten Familienkreis oder auf Reisen.

 

Auf der anderen Seite gibt es wohl kaum ein Ereignis in der neueren Geschichte, das eine solche weltweite Übereinstimmung bei den eingeleiteten Gegenmaßnahmen aufweist. Von wenigen Ausnahmen abgesehen ergibt sich auch hier das Bild einer sich über alle Kontinente und verschiedene Gesellschaftssysteme erstreckenden Ähnlichkeit und Gleichförmigkeit im Umgang mit der Krise. So wie sich das Virus selbst wie ein Lauffeuer rund um den Globus verbreitet zu haben scheint, so herrschte in kürzester Zeit eine erstaunliche Einigkeit bei den Regierungen weltweit, wie und mit welchen Maßnahmen dieser globalen Bedrohung der menschlichen Gesundheit zu begegnen sei. Und dies, obwohl frühere Pandemien zum Teil wesentlich gravierendere Auswirkungen hatten - allein die Spanische Grippe soll innerhalb von 1-2 Jahren 20-100 Millionen Todesopfer gefordert haben. Oder die seit Jahrzehnten fast unbemerkt von der Öffentlichkeit weiterhin grassierende AIDS-Erkrankung: Sie  hat Statistiken zufolge bis zum heutigen Tage zwischen 35-39 Millionen Tote verursacht. Die in diesem Zusammenhang derzeit einzige und seit Jahren empfohlene Maßnahme lautet: Kondome beim Geschlechtsverkehr benutzen. Und das auf freiwilliger Basis. 

Es ist zumindest erstaunlich, dass die Weltgemeinschaft sich plötzlich wie aus dem Nichts heraus derart einig zu sein scheint, wie dieser potenziellen Bedrohung zu begegnen ist. Von dieser Einigkeit in Bezug auf den Umgang mit Bedrohungen globaler Art kann man ja sonst nur träumen.

 

Unbeschadet dessen, dass es sich offensichtlich um ein sehr potentes und Krankheit und Tod verursachendes Virus handelt: Die bisherigen Gegenmaßnahmen scheinen einerseits nur eine begrenzte Wirkung auf die Ausbreitung des mutierenden Virus selbst zu haben. Sie ziehen andererseits eine ganze Reihe von wirtschaftlichen, sozialen und psychologischen Konsequenzen nach sich, deren Folgen derzeit noch gar nicht abzuschätzen sind.

 

Aus diesen gesammelten Beobachtungen und Betrachtungen heraus entstand bei mir schon zu Beginn dieser zuerst gesundheitlichen, nun auch gesellschaftlichen Krise, ein gewisses Unbehagen bei der Betrachtung des Umgangs mit dieser Krise.

 

Im Grunde gelange ich immer mehr zu der Überzeugung, dass uns dieses Virus mit all seinen bisherigen Auswirkungen und Begleiterscheinungen einen Spiegel vor die Nase hält: Ein Spiegel, in dem jeder auf der persönlichen Ebene die eigene Haltung zum Thema ‘Gesundheit und Krankheit’  überprüfen kann, in dem sich aber auch eine ganze Gesellschaft die Frage stellen kann: Wie gelingt es einer Gesellschaft, auch in Zeiten der Bedrohung eine tolerante und Widerspruch duldende Haltung einzunehmen? Und in wie weit muss eine Bevölkerung zu ihrem eigenen Schutz und Wohlergehen in ihren Rechten und Freiheiten eingeschränkt werden oder in wie weit kann man darauf vertrauen, dass jede und jeder Einzelne weitgehend selbstbestimmt einen angemessenen Umgang mit der eigenen und der Gesundheit anderer pflegen wird? Am Ende geht es vielleicht sogar um die brisante Frage: Ist der Mensch von Natur aus gut und handelt dementsprechend verantwortungsvoll gegenüber sich und seiner Umgebung, oder ist er von Natur aus schlecht und bedarf der beständigen Kontrolle und Reglementierung?

 

Fragen über Fragen. Aber Fragen sollen ja bekanntlich eine Entwicklung vorantreiben können, während zu viele und zu frühe Antworten eine potenzielle Weiterentwicklung verhindern oder blockieren können.

In diesem Sinne scheinen wir uns gerade in einer aussichtsreichen Position zu befinden, um mit vielen Fragen Grundsätzliches in und um uns herum klären zu können.

 

Louis Pasteur, einer der Vorreiter auf dem Gebiet der Mikrobiologie, gelangte angeblich nach einem langen Forscherleben mit vielen offenen Fragen kurz vor seinem Lebensende zu der Antwort bzw. Überzeugung: „Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles“. Oder anders formuliert: “Nicht der Keim ist das Problem, sondern das Milieu, in dem er sich bewegt”. Diesen Satz kann man wohl in der heutigen Zeit sowohl auf das Virus selbst beziehen, als auch auf die Situation innerhalb der Gesellschaft. Welches ‘Milieu’ erzeuge ich mit meinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen in mir selbst, welches ‘Milieu’ erzeugt eine Gesellschaft mit ihren Aktionen, Reaktionen und Gegenreaktionen?

In der Abkehr von der rein materiellen Sicht auf die Dinge könnte meines Erachtens ein Schlüssel liegen, um aus der Spirale der zahlreichen Pro & Contras auszusteigen. Indem ich mir meine eigenen Gedanken zum Thema Gesundheit und Krankheit mache und für ein angstfreies und stabiles Gleichgewicht in mir selbst sorge, kann ich möglicherweise eine positive und gesundheitsfördernde Wirkung auf das ‚Milieu’ um mich herum erzielen.

 

In diesem Sinne, bleiben Sie nicht nur gesund, sondern auch optimistisch. Nach Karl Valentin sind schließlich Optimisten diejenigen, die die Dinge nicht so tragisch nehmen, wie sie eigentlich sind. Optimismus stärkt also das Immunsystem!